Ölbergandachten in Berching
Ölbergandachten und Ölbergspiel 2012 in St. Lorenz zu Berching
Eine alte Tradition wird auch heuer wieder an den Donnerstagen der Fastenzeit in Berching gepflegt: Das Ölbergspiel, bei dem auf einer Bühne das Heilsgeschehen Christi mystisch dargestellt wird mit Ölbergandacht und Fastenpredigt in der altehrwürdigen Laurentiuskirche.
Die Andachten beginnen traditionell um 13.45 Uhr mit einem Rosenkranz und der Möglichkeit zur Beichte, um ca. 14.15 Uhr schließt sich die Predigt an. Nach der Predigt folgt das Ölbergspiel mit lebenden Darstellern. Eine eucharistische Andacht mit Segen beschließt jedes Ölbergspiel.
Pfarrei und Stadt Berching, das „Ölberg-Team“ mit allen Darstellern und Helfern laden zum Besuch dieser uralten Tradition ein und freuen sich über viele Besucher!
Die Kirche ist beheizt!
Nach der Renovierung und Wiedereinweihung wird heuer zu den Ölbergandachten auch die historische Orgel wieder den Gesang der Gläubigen begleiten!
Zur Predigtreihe unter dem Motto: „Im Kreuz ist Heil, Hoffnung und Leben“ werden folgende Prediger die Andachtsreihe begleiten:
23.02. Bischof em. Walter Mixa
01.03. Abt Beda M. Sonnenberg OSB, Plankstetten
08.03. Johann Limbacher, Eichstätt
15.03. Abt Thomas M. Freihart OSB, Weltenburg
22.03. Abt em. Makarios Hebler OSB, Seubersdorf
29.03. Abt Markus Eller OSB, Scheyern
In der Geschichte der Berchinger Ölbergandachten ist zu lesen, dass bereits im Jahre 1516 der Vikar von "St. Lorenz zu Nürnberg", Leonhard Griessel (vermutlich geboren um 1470 in Berching), angeblich für die St. Lorenzkirche zu Berching eine "Angstandacht" stiftete. Im Laufe der Jahre gab es verschiedene "Zustiftungen", so im Jahre 1595. Bürger und Verwalter Hans Bauer stiftete einen Gottesdienst, der allgemein "die Angst" genannt wurde, wo es in der Chronik heißt "das Leiden Christi daneben zu Gemüte soll geführet werden".
Selbst mehrere Verbote im Laufe der Jahrzehnte, solche Heilsgeschehnisse szenisch darzustellen, konnten die fest eingewurzelte Volksfrömmigkeit und die Beliebtheit von Passionsspielen, wie das Berchinger Ölbergspiel nicht oder nur teilweise beenden.
Ab dem Jahre 1854 wurden die Spiele in der Berchinger Franziskanerklosterkirche eingeführt, teilweise nur als Andacht, teilweise als Spiel mit Engelsfigur, jedoch ohne lebende Darsteller.
Ab 21. März 1929 wurden im damaligen Franziskanerkloster Berching auf vielfachem Wunsch der Bevölkerung die Ölbergspiele wieder neu mit lebenden Darstellern in Szene gesetzt. Laut Überlieferung gab es damals bereits zwei bis drei Stunden vor Beginn der Andacht keine freien Plätze mehr in der Berchinger Klosterkirche.
Im Jahre 1967 fanden die vorerst letzten Ölbergspiele im ehemaligen Franziskanerkloster statt.
Im Jahre 1982 -ein Jahr vor der 1100-Jahrfeier der Stadt Berching- kehrten die beliebten Ölbergspiele an den Ort zurück, wo sie vor nunmehr 496 Jahren ihren Anfang genommen hatten, in die altehrwürdige Pfarrkirche St. Lorenz, deren Grundmauerreste aus der Entstehungszeit Berchings (883) stammen.
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